Anime no Tomodachi
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Anime im deutschen Fernsehen

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Puschel (.., das Eichhorn)

Willkommen!

Animes (japanische Zeichentrickfilme) haben seit mehr als zwei Jahrzehnten einen festen Platz im deutschen Fernsehprogramm. Obwohl sich die Mehrheit des damaligen Publikums dieser Tatsache nicht bewußt war, können sich die Animes doch eines hohen Bekanntheitsgrads erfreuen. Schon die Nennung eines Titels ruft des öfteren alte Kindheitserinnerungen wach.

Auf diesen Seiten gibt es alles mögliche rund um Anime im deutschen Fernsehen. Diese Leitseite soll erstmal einen allgemeinen Überblick über die Thematik verschaffen und ein paar nützliche Informationen liefern. Diese bestehen aus einem kurzen geschichtlicher Abriß, einem Abschnitt über die deutschen Synchronisationen samt Musik, ungewöhnlichen Einkaufstips und einem (düsteren) Blick in die Zukunft. Neben all dem gibt es momentan drei Unterabteilungen:

Die Datenbank
Die Datenbank ist das eigentliche Herzstück dieser Homepage. Hier sind alle mir bekannten Anime-Titel im deutschen Fernsehen verzeichnet. Die Datenbank-Einträge bestehen aus einer Reihe von Hintergrundinformationen und einer Kurzbeschreibung für den jeweiligen Titel. Der Zugriff auf die Datenbank erfolgt mit einer Search-Engine, die allerdings genausogut sämtliche Titel ausgeben kann. Für einen groben Überblick ist jedoch die zusätzlich vorhandene Liste besser geeignet.

TV-Programme und Starttermine
Was wäre Anime im deutschen Fernsehen ohne das deutsche Fernsehen. Auf dieser Seite findet man alles, um sich über das Fernsehprogramm zu informieren. Von hier aus lassen sich auch die Search-Engines einiger Online-Programmzeitschriften aktivieren. Neu anlaufende Serien und aktuelle Filme werden angekündigt und zusätzlich gibt's hier die wichtigsten Links auf Seiten, die irgendwie in diesem Zusammenhang nützlich sein könnten.

Synchronsprecherinnen und -sprecher
Die Personen, die den Zeichentrickfiguren ihre Stimmen leihen, operieren seit langem sozusagen unter dem Ausschluß der Öffentlichkeit. Diese Abteilung soll etwas Licht in die Sache bringen. Momentan gibt es dort nur eine kleine Liste von bereits bekannten Sprechern und ihren Rollen. Für mehr Namen bin ich auf Eure Hilfe angewiesen.

Links
Unter diesem Oberbegriff sind alle sonstigen für Anime im deutschen Fernsehen interessanten Verweise zusammengefaßt. In erster Linie sind das Homepages, die bestimmten Serien oder Filmen gewidmet sind. Aber es gibt im WWW noch eine Menge andere für uns interessante Sites.

Viel Spaß!


Heidi

Geschichte:

Mit Heidi fing alles an. Zu dieser Zeit bestand das gesamte Fernsehangebot aus höchstens 5 (öffentlich-rechtlichen) Kanälen. Die damals gezeigten Animes werden heute zumeist als recht bieder angesehen, zu Unrecht. Gerade sie lösen in vielen Menschen geradezu nostalgische Gefühle aus, wenn sie daran denken. Fast alle dieser alten Generation zugehörigen Animes wurden von oder zusammen mit der Firma Nippon Animation oder ihrer Vorgängerin Zuiyo Enterprise produziert. Im Falle einer Koproduktion ist meistens die Apollo Film, Wien zu nennen. Die Animes wurden damals im ZDF und im österreichischen ORF gezeigt.

Lange Zeit hat sich nichts neues auf dem Anime-Sektor getan. Alte Serien wurden wiederholt, manche kamen im Laufe der Jahre neu dazu. Erst das Aufkommen der Privatsender brachte eine tiefgreifende Veränderung mit sich. Der relativ kleine Privatsender TELE5 hatte mit einem neuen Konzept für sein Kinderprogramm einen ansehlichen Erfolg. Mehrere Zeichentrickserien wurden hintereinandergeschaltet; dazwischen kamen jeweils 5-minütige Häppchen mit der Maus Bino und einer menschlichen Moderatorin (Gundis Zambo). Später kam noch die Katze Lucy dazu. Das Intervall zwischen den einzelnen Folgen der Serien wurde verkürzt. Kamen die einzelnen Folgen früher wöchentlich, wurden sie jetzt jeden Wochentag gesendet. Eins war klar: TELE5 wollte nicht allzuviel Geld ausgeben. Deshalb wurden möglichst preiswert Serien aus Amerika und Japan eingekauft.

Daß billig nicht automatisch schlecht heißt, haben einige Animes im damaligen Programm von TELE5 bewiesen. Besonders die Serie Die Königin der 1000 Jahre wird heute noch von Anime-Fans als Glücksgriff gefeiert. Zu noch größerer Freude der Fans wurden außerdem noch meistens die original japanischen Titelsongs in der deutschen Fassung belassen. Der Grund dafür dürfte allerdings eher ebenfalls ein finanzieller gewesen sein.

Heute gibt es TELE5 nicht mehr. Dessen Rolle hat jetzt RTL2 übernommen. Das erfolgreiche Konzept funktioniert auch heute noch, und es ist somit erwiesen, daß mitnichten die Puppenfigur Bino allein für den großen Erfolg verantwortlich war. Der Sender Kabel1 (damals Kabelkanal) hatte die Figuren von TELE5 übernommen, liegt aber inzwischen weit hinter der Konkurrenzsendung Vampy von RTL2 in der Gunst der Zuschauer zurück. Alles in allem kommen also heute die meisten Animes auf RTL2. Ab und zu ist auch ein international bekannter Anime wie Die Macht des Zaubersteins, besser bekannt unter dem Titel Nadia: The Secret of Blue Water darunter. Kabel1 hatte weniger, aber dennoch relativ viele Animes im Programm. Zuletzt wurde das Kinderprogramm bei Kabel 1 allerdings komplett gestrichen. Das ZDF fährt auf derselben Schiene wie bisher, aber zuletzt hat es mit Sailor Moon einen richtigen Coup gelandet, die Spielzeugfirma Bandai hat in diesem Zusammenhang sicherlich eine Rolle gespielt. Die Nippon-Animation-Serien sind inzwischen über alle Sender verteilt. Die öffentlich-rechtlichen starteten inzwischen auch mit ihrem Kinderkanal eine neue Offensive um die Gunst der jungen Zuschauer.


Anime + Fernsehen = Kinderprogramm ?

Wenn man Animes im deutschen Fernsehen betrachtet, stimmt die Rechnung. Nur wenige Ausnahmen sind mir bekannt, etwa
Akira, der auf dem Pay-TV Kanal Premiere lief, und Barfuß durch Hiroshima, von dem auf Arte einmal ein kurzer Ausschnitt gezeigt wurde.

Animes sind Zeichentrickfilme. Und Zeichentrickfilme werden in Deutschland landläufig als Kinderprogramm betrachtet. Kein Wunder, denn die TV-Sender haben ja ein übriges dazu getan. Und der in Deutschland bekannteste Vertreter dieser Zunft, Disney , hat sich auf Kinder- und Familienfilme spezialisiert. Animes decken jedoch jeden Bereich ab. Diese Tatsache blieb bisher verborgen. Erst mit dem zunehmenden Erfolg der Animes in Amerika wurden die Animes in Deutschland in einem anderen Licht gesehen.

In keinem besonders guten. Die Diskussion "Gewalt im Kinderprogramm" ist seit den Power Rangers wieder in aller Munde. Leider wird diese Diskussion mit zunehmender Einseitigkeit geführt. Man neigt schon mal dazu, bestimmte Serien oder Filme alle in einen Topf zu werfen. Und das ist im Falle der Animes besonders schädlich. Animes mit Gewalt gleichzusetzen ist natürlich haltlos. So sind die Animes im öffentlich-rechtlichen Kinderprogramm von damals ja nicht gewalttätig, oder etwa doch?

Für alle Fälle haben Anime-Kritiker noch ein Argument parat. Die Stichworte lauten "billig" und "Massenware". Es ist wohl wahr, daß viele Animes und besonders TV-Serien kostengünstig produziert werden. Es ist auch wahr, daß es sehr viele davon gibt. Jedes Jahr gibt es über 30 Neuerscheinungen. Doch eines muß man dabei bedenken. In Japan gibt es aufgrund der hohen Nachfrage sehr viele und sehr große Animationsstudios. Daß der Ausstoß an neuen Produktionen dementsprechend hoch ist, ist nur die natürliche Folge davon. Aufgrund des Konkurrenzdrucks ist eine gewisse Effizienz bei der Herstellung unumgänglich. Das hat aber nicht unbedingt eine Einbuße an Qualität zur Folge. Aufgrund der großen Erfahrung der japanischen Animationsstudios ist es ihnen oft möglich, für weniger Geld innerhalb kürzerer Zeit gleiche oder gar höhere Qualität zu liefern als die westliche Konkurrenz. Daß es viele Produktionen gibt, für die extra wenig Geld investiert wurde, soll hier nicht verschwiegen werden. Auch kaufen die TV-Sender lieber billige Serien. Aber wie immer darf man auch hier nicht pauschalisieren. Die Qualität der im deutschen Fernsehen gezeigten Animes ist sehr verschieden und ziemlich gleichmäßig verteilt. Das gilt jedoch nur für die technische Qualität und nicht für die inhaltliche. Das Drehbuch hat ja schließlich einen ziemlich geringen Anteil an den Gesamtkosten. Generell gefallen mir die Anime-Stories besser als die aus anderen Zeichentrickproduktionen aber das ist letztendlich Geschmackssache.


Die deutschen Fassungen

Hier in Deutschland haben Anime-Fans eigentlich Glück, was die synchronisierten Fassungen im Fernsehen angeht. Mehr als in jedem anderen Land sind es hier die Menschen gewohnt, bei ausländischen Kino- oder Fernsehproduktionen eine deutsch synchronisierte Fassung vorzufinden. Entsprechend groß ist die Anzahl der professionellen Synchronstudios in Deutschland. Da die meisten Animes, die im deutschen Fernsehen gezeigt werden im Kinderprogramm laufen, ist eine Synchronisation unverzichtbar. Doch das Ergebnis ist aufgrund der genannten Tatsache meistens recht ordentlich.

Sprache:
Die Synchronstudios können auf ein relativ großes Angebot an
Sprechern zurückgreifen. Neben normalen Schauspielern sind auch sehr viele "Nur-Sprecher" beschäftigt. Sie kommen entweder vom Radio oder waren früher mit den beliebten Hörspielkassetten für Kinder (TKKG, Drei ???, usw.) erfolgreich. Stars wie in Japan sind die Sprecher allerdings noch lange nicht, dazu agieren sie zu sehr im Hintergrund. Nur ab und zu finden Synchronsprecher in Zeitschriften oder anderswo Erwähnung. Und das manchmal erst, wenn sie sterben (so geschehen im Fall der deutschen Columbo-Stimme Klaus Schwarzkopf). Natürlich werden sie dann prominenten Schauspiel-Größen zugeordnet aber auf keinen Fall irgendwelchen Zeichentrickfiguren! Jedenfalls bleiben so die vielen Sprecherinnen und Sprecher, die zu den deutschen Fassungen der Animes im Kinderprogramm beitragen, meistens unbenannt. Keine Regel ohne Ausnahme: Eberhard Storeck ('Willi' aus Biene Maja, 'Snorre' aus Wickie) ist einer der wenigen "Stars" der deutschen Anime-Szene. Allerdings liegt diese glanzvolle Zeit schon ein paar Jahre zurück. Er und sein Kollege Siegfried Rabe sind im übrigen auch die bekanntesten Dialogbuchautoren und -regisseure von damals, jedenfalls was das Kinderprogramm angeht. In einer eigenen Abteilung dieser Seite kann man einige Sprecher nachschauen.

Musik:
TV-Sender schrecken bekanntlich davor zurück, ihren jungen Zuschauern einen Original-Vorspann oder Abspann vorzusetzen. Natürlich steckt ein Marketing-Gedanke dahinter. Titellieder mit deutschem Text sollen sich in die Köpfe der Kinder leichter einprägen und die Einschaltquoten erhöhen. Also werden die Titellieder ebenfalls eingedeutscht. Entweder wird nur der Text geändert oder die Melodie wird auch ausgetauscht, beides ist möglich. Allerdings lösen die Fernsehsender das Problem manchmal auf eine ganz andere Weise. Die schlauen Leute dort haben natürlich gleich erkannt, daß das Kappen von Vor- und Abspännen eine prima Möglichkeit ist, wertvolle Sendezeit für die Werbung zu sparen. Was die Abspänne angeht, ist die Situation einfach traurig. Früher waren sie noch gang und gäbe, heute eifert man den Spielfilm-Praktiken nach. So geht auch der eine oder andere Song verloren. Bei den Vorspännen sieht es schon viel besser aus. Allerdings war z.B. RTL2 kurz nach seinem Start auch so frei, die Vorspänne einiger Animes (z.B. Die kleine Prinzessin Sara) gnadenlos durch ein höchstens 5 Sekunden langes Jingle zu ersetzen.

Wie kommt man nun zu den deutschen Songs? Man gibt sie einfach in Auftrag. Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Arbeit dieser Firmen oder der beteiligten Personen alles andere als öffentlich. Auch hier werden nur in den seltensten Fällen Namen genannt. Anders in guten alten ZDF-Tagen. Hauptsächlich waren drei bestimmte Komponisten für die Vertonung der damals gezeigten Animes zuständig. Dies beinhaltete in den meisten Fällen sogar ebenfalls die Hintergrundmusik (background music, BGM). Denn damals waren auf den eingekauften Bändern sowohl die Dialoge als auch die Geräusche und die BGM auf einer einzigen Tonspur abgelegt. D.h. der gesamte Ton mußte neu eingespielt werden.

Christian Bruhn
Er ist wohl der bekannteste deutsche Film- und Fernsehkomponist neben Klaus Doldinger. Auch auf dem Anime-Sektor ist er der bekannteste. Legendär wurde sein Soundtrack zu Captain Future. Das Problem mit der einzigen Tonspur wurde hier direkt zum Vorteil. Vom Stil her ist er eigentlich relativ modern, er hat aber anscheinend den Schlager zu seinem persönlichen Spezialgebiet erklärt. Captain Future war eher die Ausnahme.

Robert Pferdmenges

Ein Komponist, der sich vielleicht am besten mit dem Begriff 'Liedermacher' beschreiben läßt. Denn im Gegensatz zu den beiden anderen singt er meistens seine Werke selbst. Sein Stil ist eigentlich unverkennbar, auch wenn er nicht singt: Balladenähnliche Songs mit einem leicht verträumten, kindlichen Touch. Zu seinen Werken gehören die Titelsongs zu Rascal, der Waschbär und Perrine

Karel Svoboda

Mein persönlicher Favorit ist ein Spezialist für eine ausgeklügelte Orchestrierung. Seine Songs sind zwar auch gut, aber seine eigentliche Stärke liegt in den BGMs. Die Melodie geht dann mehr im Ganzen auf, als die restlichen Instrumente zur bloßen Begleitung zu degradieren. Als Anhörtips seien die Hintergrundmusiken zu Die Biene Maja (besonders die Regenmelodie) und Pinocchio empfohlen. Der Beweis dafür, daß sich genaues Hinhören lohnt.

Unbekannt

Unter diesem Namen habe ich mal alle namenlosen Komponisten und Produzenten sowie Texter der Titelsongs der neueren Animes im deutschen Fernsehen zusammengefaßt. Die Qualität der Songs ist wirklich sehr verschieden. Sie reicht von "eigentlich sehr gut" (z.B. Eine fröhliche Familie) bis "schlecht" (keine Namen).


Gibt's was zu kaufen?

Kurz gesagt: ja. Wenn man von Merchandising-Artikeln á la Hello Kitty absieht, sind das im wesentlichen zwei Dinge: Musik-CDs und Kaufvideos.

Musik-CDs

Hier gibt es vier nennenswerte Silberlinge zu vermelden. Zum einen wurde der Kult-Soundtrack zu Captain Future neu als CD aufgelegt. Er wird von der Firma Collosseum Schallplatten unter der Bestellnr. CST 34.8051 vertrieben. Jeder größere Plattenladen sollte ihn eigentlich führen. Die Spielzeit beträgt insgesamt 52:25 Minuten. Im Gegensatz zu manch anderen Soundtracks ist dieser wirklich vollständig. 3 der Titel sind Bonustracks, von denen aber nur einer (Space Wind) wirklich neue Musik enthält.

Die anderen drei beinhalten fast alle Lieder von "damals", zusammen mit Titelliedern aus anderen Kindersendungen. Die beiden CDs werden vom Filmkunst-Musikverlag (FKM) und Taurus Video unter deren Junior-Label vertrieben. Neben den CDs sind auch Musikkassetten im Handel. Der Titel der Compilations ist Juniors Musikkiste. In den Inlets stehen noch alle Texte und Werbung für die Junior-Kaufvideos. Zur dritten Kiste muß ich noch sagen, daß ich es sehr bedauerlich finde, daß wieder keine Hintergrundmusik es geschafft hat, veröffentlicht zu werden. Stattdessen werden im dritten Anlauf auch noch die letzten Lieder zusammengekratzt.
Hier sind die Inhalte:

Kiste N°1 (Best.-Nr. A1360 (CD) / M1362 (MC))
1. Die Biene Maja - Titellied
2. Die Biene Maja - Flips Lied
3. Delfy - Titellied
4. Puschel, das Eichhorn - Titellied
5. Pinocchio - Titellied
6. Pinocchio - La La La Lied
7. Kla-Kla-Klawitter - Titellied
8. Kimba, der weiße Löwe - Titellied
9. Kimba, der weiße Löwe - Das Dschungelfreundschaftslied
10. Heidi - Titellied
11. Kum Kum - Titellied
12. Rascal, der Waschbär - Titellied
13. Rascal, der Waschbär - Bei uns Zuhaus
14. Marco - Titellied
15. Abenteuer im Maulwurfsland - Titellied
16. Nils Holgersson - Titellied
17. Nils Holgersson - Kleiner Wichtelmann
18. Bou Bou, König der Tiere - Titellied
19. Perrine - Titellied
20. Perrine - Baron, kleiner Hund
21. Tao Tao - Titellied
22. Schweinchen Dick - Titellied

Gesamtspielzeit: 39:04 Minuten

Kiste N°2 (Best.-Nr. A1361 (CD) / M1384 (MC))

1. - 7. Pippi Langstrumpf
8. Bugs Bunny - Mein Name ist Hase
9. Die kleinen Strolche - Titellied
10. Die schnellste Maus von Mexiko - Titellied
11. Alice im Wunderland - Titellied
12. Alice im Wunderland - Blumenlied
13. Tom und Jerry - Titellied
14. Sindbad - Titellied
15. Pixi im Wolkenkuckucksheim - Titellied
16. Lassie - Titelmelodie
17. Wickie - Titellied
18. Wickie - Anker los
19. Wickie - Schaukellied
20. Niklaas, ein Junge aus Flandern - Titellied
21. Trickfilmzeit mit Adelheid - Titellied
22. Der knallrote Autobus - Wir bauen uns ein Haus
23. Der rosarote Panther - Titellied

Gesamtspielzeit: 43:05 Minuten

Kiste N°3 (Best.-Nr. A1534 (CD) / M1535 (MC))

1. Alice im Wunderland - Titellied
2. Alice im Wunderland - Weil wir Seeleute sind
3. Alice im Wunderland - Blumenlied
4. Alice im Wunderland - Little Bill
5. Die Unwahrscheinlichen Geschichten des Lemi Gulliver (kein Anime)
6. Anne mit den roten Haaren - Titellied
7. Popeye, ein Seemann ohne Furcht und Adel (kein Anime)
8. Pinocchio auf der Reise
9. Pinocchio - Titellied
10. Pinoccios Freunde
11. Spiel mit den Puppen (kein Anime)
12.-14. Hoppity kommt zurück (kein Anime)
15. Der kleine Bibelfuchs - Titellied
16. Captain Future - Titelmelodie
17. Kimba, der weiße Löwe - Lied der Freunde
18. Kimba, der weiße Löwe - Lullaby

Kaufvideos

Verschiedenste Animes, die im Fernsehen kamen oder kommen, gibt es auch als Kaufkassetten. Ich meine hier natürlich nur deutschsprachige Videos. Folgende sind mir bekannt:

Akira
Die deutsche Akira-Fassung, die damals auch im Kino lief. Die Kaufkassette wird von Warner Home Video vertrieben.
FSK 16

Der Engel und der Prinz

Hierbei handelt es sich um die Serie Choppy und die Prinzessin. Einige Folgen, hauptsächlich die mit dem Phantom Alex, wurden zu einem ca. einstündigen Film zusammengeschnitten. Der Film war ursprünglich englischsprachig und wurde nachträglich ins Deutsche synchronisiert. Erschienen ist er bei United Video. Der Text auf der Rückseite ist übrigens bezogen auf den Inhalt der Kassette ziemlich falsch. Würde mich interessieren, wie der wohl zustandegekommen ist?
FSK 0

Daddy Langbein

Dies ist eine WMT-Serie, die ausnahmsweise nicht im Fernsehen gezeigt wird, sondern auf Video herauskommt. Bisher sind 10 Folgen auf jeweils einer Kaufkassette bei Concorde Video erschienen. Wie bei reinen Video-Veröffentlichungen üblich, kommt die Synchronisation bei weitem nicht an Fernseh-Qualität heran.
FSK 0

Der Löwenkönig

Die Videofassung von Bou Bou, der Nachfolgeserie zu Kimba. Der Preis ist relativ günstig; für 6.95 DM bekommt man zwei Folgen auf einer Kassette. Erschienen auf United Video.
FSK 0

Space Firebird

Der Tezuka-Klassiker Space Firebird ist ebenfalls auf Video erschienen. Dabei handelt es sich um insgesamt 3 Kassetten mit einer Spiellänge von je ca. einer Dreiviertelstunde. Erschienen ist die Kollektion bei MCP unter dem Label Videotoons.
FSK 0

Junior

Der Filmkunst-Musikverlag und Taurus Video haben in der Junior-Kollektion auch einige Animes im Programm, hauptsächlich aus alten ZDF-Tagen. Die meisten Kassetten beinhalten nur eine einzige Folge. Einige haben mehrere Folgen und ungefähr Spielfilmlänge. Die ganzen Folgen der jeweiligen Serien werden natürlich nicht abgedeckt sondern nur ein kleiner Teil. Folgende Titel sind zu vermelden (alle FSK 0):

RTL2

RTL2 ließ einige seiner Anime-Serien als Kaufvideo von der Firma Starlight Video unter dem Label Kids Club vertreiben. Jeweils drei Folgen sind auf einer Kassette. Die Reihenfolge ist aber meistens chronologisch nicht korrekt. Die soweit bekannten (Anime-)Titel:

Alfred J. Kwak

Da hat wohl jemand den Juniors die Lizenz vor der Nase weggeschnappt. Die Abenteuer von Hermann van Veens Alfred J. Kwak werden von Karussell/Saban unter dem Label Pocket Money Video vertrieben. Auf jeder Kassette befindet sich eine Folge. Bisher sind es nicht so viele.
FSK 0

Calimero

Von Calimero ist ebenfalls eine Kaufkassette erschienen, allerdings nicht von RTL2 (Starlight Video), sondern von Polyband. Auf dem Video sind 4 Folgen.
FSK 0

Speed Racer

Starlight Video hat auch andere Sender im Programm. So auch RTL mit einer Speed-Racer-Kollektion. Auf einem Band sind jeweils zwei Geschichten. Ein Video hat ungefähr Spielfilmlänge.
FSK 6


Was die Zukunft bringt ...

... lässt uns nicht gerade viel Hoffnung auf bessere Zeiten. Die privaten Fernsehsender sind nun mal gewinnorientiert. (Und die öffentlich rechtlichen inzwischen auch.) Animes für ein älteres Publikum stellen nach wie vor ein größeres Wagnis dar. Allein schon deswegen, weil dann die Sendezeit gewechselt werden müßte, und in delikaten Regionen wie der Prime-Time ist es nunmal Tradition, keine Wagnisse einzugehen und stattdessen auf altbewährtes zu setzen. Inzwischen ist der Sender Vox aber ist in letzter Zeit vorgestoßen und hat einige Animes gebracht, wie z.B.
Armitage III. Vox will seine Aktivitäten auf diesem Gebiet verstärken, man darf gespannt sein.

Die Marketing-Strategien der TV-Sender erlauben es zur Zeit auch nicht, so etwas wie Anime-Kultur auf die deutschen Mattscheiben zu bringen. Zum einen holen die Sender immer nur, was insbesondere in Amerika erfolgreich gewesen ist. Der Rest muß vor allem billig sein. Aber mit diesem Verfahren sind Animes im deutschen Fernsehen allenfalls zu einem Schattendasein verdammt. Zum anderen macht man sich nicht die geringste Mühe, Animes auch nur ansatzweise als eigenständiges Kulturgut auszuzeichnen. Stattdessen nutzt man jede Gelegenheit, den Herkunftsort der Serien zu verbergen. Bis jetzt ist noch kein einziger Anime im deutschen Fernsehen gelaufen, dessen japanische Credits im Abspann nicht unterdrückt wurden. Bequemerweise wird er ja in diesem Zusammenhang oft vollständig gekappt. Wenn es dann trotz aller Bemühungen trotzdem ans Tageslicht kommt, greifen die allgemein präsenten Vorurteile sofort (siehe oben).

Besonders beunruhigend ist die Tatsache, daß selbst wenn TV-Sender eines Tages mit Anime beim Zuschauer landen wollen, fast garantiert der falsche Weg eingeschlagen wird. In dem von mir befürchteten Szenario wird mit locker-flockigen Sprüchen auf ein junges Zielpublikum eingehämmert, wie toll das doch alles sei, ohne entsprechende Begründung. Daß Animes auch leise Töne anschlagen können, gerät vollkommen in Vergessenheit und der Einfluß der japanischen Kultur auf die Animes ebenfalls. Sie kommen halt einfach aus Japan, und damit sind die Zusammenhänge erledigt. Die Titel werden dann solche sein, die weniger zum Miterleben, Träumen oder gar zum Nachdenken sondern vielmehr zum frequentierten Ausstoßen von geistreichen Kommentaren wie "Boah Ey!" anregen. Daß der hierbei erreichte Geisteszustand wohl kaum erstrebenswert ist, brauche ich wohl kaum zu erwähnen. Ich habe generell nichts gegen solche Titel, viele gefallen mir sogar. Aber sie sind nicht alles auf der Welt und für das Fernsehen sind sie noch am wenigsten geeignet.

Bleibt nur die Hoffnung, daß sich ein paar Leute in dieser hektischen Welt besinnen, und den Animes eine Reputation verschaffen, die nicht unter einseitigen Argumenten leidet. Denn Animes sind eine wunderbare Sache und sind es wert, auch im Fernsehen, gefördert zu werden.


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Taro Rehrl (E-Mail), 1995-11-22, 1999-07-25